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09.07.2010

Bellavista, Westliche Zinne

Im Winter 2000 machte Alex Huber im Alleingang eine Erstbegehung duch das große Dach der westlichen Zinne. Er verwendete hierfür, bis auf die Standplätze, nur Normalhaken und bewertete seine Route mit dem technischen Schwierigkeitsgrad A4. Mitte Juli 2001 kletterte Alex die Route dann frei. Es war die erste freigekletterte Route durch das extrem weit ausladende Zinnendach.

Beide Begehungen waren eine Sensation. Was für eine großartige Leistung sie jedoch wirklich darstellen, begreift man erst, wenn man die Route geklettert ist.

Vor rund drei Wochen, habe ich die Route zusammen mit meinem osttiroler Kletterkollegen, Peter Ortner, zum ersten Mal versucht. Die erste Seillänge ist gleich eine recht anspruchsvolle 7b, in der man besser nicht stürzt. Die Wahrscheinlichkeit sich wieder neben seinem Partner, am Boden wiederzufinden ist nicht zu unterschätzen. Die nächsten vier Längen, die zur Schlüsselseillänge führen, sind dann etwas einfacher aber nicht weniger anspruchsvoll. Bis hier konnte ich alle Längen auf Anhieb klettern. In der Schlüssellänge, querte ich rund zehn Meter über einen feinen Riss nach links. Ich begriff nicht, dass man den Griff an der Dachkante mit der rechten Hand halten muss und schon hing ich im Seil. Ich kletterte zum nächsten Stand, sicherte Peter nach, stieg noch eine weitere Länge, eine 8a, vor und dann seilten wir ab.

Genau eine Woche später treffe ich mich wieder mit Peter. Da der Fels extrem kalt ist, steigen wir erst gegen Mittag in die Wand ein, klettern dann aber zügig zur 8c-Länge, in der ich beim ersten Versuch gestürzt bin. Nach einer kurzen Pause am Stand mache ich mich auf den Weg. Über den Riss nach links. Immer noch ist der Fels kalt, aber ich komme ohne Probleme über die erste schwere Stelle und schön langsam werden meine Finger wärmer. Weiter zur nächsten schweren Passage. Ich bin jetzt sicher schon fünf Meter über meiner letzten Zwischensicherung. Mit links das Einfingerloch, mit rechts die kleine Leiste, mit links den kleinen Block, bei dem mir beim ersten Versuch ein Teil ausgbrochen ist. Es läuft. Ich hänge am Stand vor der letzten Dachlänge. Peter sichert mich die letzte Seillänge übers Dach. Auch sie bereitet mir jetzt keine Probleme mehr. Die restlichen 400 Meter zum Gipfel stellen sich zwar als mühsam und nass – eine Länge war ein echter Wasserfall – heraus aber wir stürzen nicht und stehen genau als die Sonne untergeht am Gipfel.

Alex setzte sich mit seiner Route sicher einen Meilenstein in der Klettergeschichte der Zinnen. Als ich das erste Mal eingestiegen bin waren viele Griffe und Tritte mit Magnesium markiert, alle Sicherungen steckten und mir blieb dadurch viel Arbeit erspart. Eine Erstbegehung verlangt einem viel mehr ab, als eine Wiederholung. Respekt für diese große Route!

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