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23.11.2011

Cat Walk, 8b+ Erstbegehung im Tessin

Ich nehme meine Selbstsicherung und hänge mich damit in den Stand der vierten Seillänge. Ich bin sie heute in meinem zweiten Versuch durchgestiegen und jetzt bin ich mir sicher, dass ich es schaffen kann. Die nächste Seillänge ist zwar immer noch zwischen 8a und 8b, aber die Schwierigkeiten sind nur kurz und kräftig. Ich kann sie oft versuchen, ohne wirklich müde zu werden und ich werde ganz sicher nicht locker lassen, bis ich die Länge geschafft habe!

Vor einigen Jahren hat der Schweizer, Pesche Wüthrich, eine Route an der Wand oberhalb von Cevio im Tessin eingebohrt. Sein Traum war es eine richtig schwere Route einzurichten, bei der er an seine Grenzen gehen konnte – er wollte ein Projekt...

Ein Projekt blieb die Route auch einige Jahre. Der Schweizer durchstieg zwar die Erste der zwei Schlüsselseillängen, aber er hatte keine Zeit die restlichen Längen zu probieren und zu klettern und deshalb machte mich Pesche bei meinem Besuch im heurigen Frühjahr auf diese Route aufmerksam. Ich versuchte sie zusammen mit meinem Freund Klemens Holzleitner, konnte aber keine der schweren Seillängen durchsteigen.

Am 17. November war ich wieder im Tessin. Pesche war mit um mich bei meinem Versuch das Projekt zu befreien zu sichern und um kurz vor 10:00 Uhr stiegen wir in die Route ein.

Die erste Seillänge ist trotz des guten Wetters noch ein bisschen nass, aber sie ist auch nur 6a. Um ein wenig in Schwung zu kommen bouldere ich die Einzelzüge der zweiten Länge aus. Sie fällt mir ziemlich schwer und ich brauche eine Weile, bis ich wieder weis, wie alle Passagen geklettert werden. Im zweiten Versuch steige ich sie dann aber durch.

Die dritte Seillänge hatte Pesche, als er sie geklettert ist, mit 8b+ bewertet. Ich kann mich von meinem Versuch im Frühjahr noch recht gut an die Züge erinnern und brauche nicht besonders lange beim Ausbouldern. Pesche lasst mich wieder ab und ich mache ein paar Minuten Pause am Stand bei ihm, dann starte ich meinen Versuch.

Die erste Schlüsselstelle kann ich sicher hinter mich bringen. Die zweite schwere Passage ist ein kleiner Sprung und dann ein schwerer Boulder. Beim Ausbouldern gelang mir der Sprung immer, aber jetzt bin ich etwas nervös. Ich darf mir keinen Fehler erlauben. Ich gehe ein wenig in die Knie und drücke mich dann schnell nach oben weg. Mit meiner rechten Hand greife ich nach dem anvisierten Griff und bekomme ihn genau an der richtigen Stelle. Ich bin ein wenig gepumpt, aber ich rette mich die letzte Meter zum Stand.

Die vierte Seillänge ist ein schräger Riss. Er ist extrem kraftraubend, da man nur ganz kleine Tritte hat und fast das ganze Körpergewicht an den Armen hängt. Wie bei den Längen zuvor versuche ich zuerst alle Züge. Beim darauf folgenden Versuch komme ich voll an mein Limit, aber ich steige die Seillänge durch. Ich nehme meine Selbstsicherung und hänge mich damit in den Stand.

Die fünfte Länge ist die letzte schwere Seillänge. Ich brauche drei Versuche, bis ich sie knacke. Die letzte Länge, eine 6b, gehe ich noch zum Ausklettern. Pesche steigt die 6b nach, dann seilen wir ab und blicken auf einen genialen und erfolgreichen Klettertag zurück.

Infos zur Route: Die Route befindet sich im Klettergebiet Cevio im Tessin. Die erste Seillänge ist von „Vamos a la playa“. Dann verläuft sie immer leicht rechts davon. Die Schwierigkeiten der einzelnen Längen sind: 6a, 8a+, 8b+, 8b+, 8a+, 6b

Vielen Dank an Pesche für die super Route und die tolle Unterstützung und an Rainer Eder für die Fotos!

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