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25.02.2010

Cerro Torre 09/10 Rückblick

Das Abenteuer in Patagonien ist für diese Saison vorbei. Schon am 5. Februar – fast 3 Wochen vor unserer geplanten Abreise - ging der Flieger von El Calafate Richtung Tirol. Der Grund war das patagonische Wetter und die Verhältnisse in der Wand, die seit weit mehr als einem Monat kein Klettern am Cerro Torre mehr zuließen.

Daniel und ich konnten zwar auf Grund einer relativ langen Schönwetterperiode gleich zu Beginn der Expedition das Camp „Nipo Nino“ am Gletscher und das Biwak auf der Schulter schnell einrichten. Auch die ersten Freikletterversuche waren sehr viel versprechend... Bis zur Bohrhakentraverse konnten wir bereits alles frei klettern. Drei Mal mussten wir dort jedoch umdrehen. Zwei Mal war es auf Grund des starken Eisschlags zu gefährlich weiter zu klettern und einmal wurden wir vom Sturm ins Tal zurückgepeitscht. Was wir nicht ahnten war, dass diese anfängliche Schönwetterperiode auch die einzige des patagonischen Sommers bleiben sollte. Für ein ganzes Monat bekamen wir den Torre dann mehr oder weniger nicht zu Gesicht. Laut den Einheimischen war es ein Sommer, wie es ihn seit rund 15 Jahren nicht mehr gegeben hat. Als sich die Wolken um den Torre dann wieder lichteten und wir ihn zu sehen bekamen, war er in ein weißes Hochzeitskleid aus Schnee und Eis gekleidet. Wunderschön anzusehen, aber an Klettern – vor allem Freiklettern - war spätestens dann nicht mehr zu denken.

Was aber zurückbleibt sind Erinnerungen und Erfahrungen in Bergen, deren Mächtigkeit man am Anfang gar nicht begreift. Es sind die Dimensionen, die sich verschieben. Die Wände sind höher - Die Stürme sind gewaltiger - Die Erfahrungen intensiver. Wände, von denen man Zuhause nur träumt werden dort gar nicht wirklich beachtet, da sie zwischen den Giganten untergehen.


Aber nicht nur in den Bergen, sondern auch im kleinen Dorf El Chalten sammelten Daniel und ich Erfahrung von Topalpinisten wie den Huberbuam, Toni Ponholzer, Roger Schäli und Simon Gietl und einigen anderen.

Dass ich zurückkommen werde ist sicher, denn nicht nur das Ziel, den Cerro Torre über die Kompressorroute frei zu klettern, sondern auch das Dorf El Chalten und seine Umgebung faszinieren mich, doch zuerst muss ich mich wieder Zuhause einleben und auf die kommende Wettkampfsaison vorbereiten. Wie sehr mich die Zeit in Patagonien geprägt hat, habe ich erst nach meiner Rückkehr bemerkt...

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