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10.10.2010

Fußstein Nordkante

Die Nordkante des 3380m hohen Fußstein zählt zu den ganz großen alpinen Klassikern in Österreich. Zusammen mit Jorg Verhoeven und Daniel Steuerer konnte David diese Route am 5. Oktober klettern. Hier ein kurzer Bericht:

Am 4. Oktober treffe ich mich mit Jorg und Daniel. Gemeinsam wollen wir wieder einmal etwas Alpines machen – aber was? Jorg schlägt die Diagonale am Schrammacher vor. Ich bin für eine Erstbegehung durch die Mitte der Schrammacher-Nordwand. Daniel hört nur gespannt zu, was als nächstes kommt, während Katha den Kopf schüttelt und sich fragt, ob wir überhaupt noch zu einer Entscheidung kommen. Gegen drei Uhr nachmittags steht dann endlich unser Ziel fest: die Fußstein Nordkante.

Wir packen unsere Rucksäcke ein, dann geht’s über die Brennerautobahn ins Valsertal. Ich fahre, Daniel sitzt neben mir und Jorg beschwert sich von hinten über meinen von Euphorie geprägten Fahrstil. Unfallfrei erreichen wir den Parkplatz und machen uns auf den Weg in Richtung Geraer Hütte. An der Waldgrenze schalten wir die Stirnlampen ein und folgen dem Steig zum Winterraum neben der Hütte. Wir kochen Wasser, trinken Tee, essen Schokolade, spielen Karten, stellen den Wecker und gehen ins Bett.

Halb fünf Uhr morgens. Es ist saukalt, der Wind weht und es regnet leicht. Wir wussten, dass das Wetter schlecht werden sollte, hofften aber, dass wir hoch genug sind, so dass es nicht mehr regnet, sondern schneit. Scheinbar ist saukalt aber nicht kalt genug. Eine halbe Stunde später gehen wir los. Zuerst über einen kleinen Steig auf der Moräne des Gletschers, dann über den Gletscher selbst, bis wir unter der Wand stehen. Über ein schneebedecktes Band queren wir nach rechts zum Einstieg. Ich steige die erste Seillänge vor. Jorg macht die nächsten zwei Längen. Immer wieder regnet es, der Fels ist nass und rutschig und wir klettern alles mit Steigeisen und Pickel. Ich steige wieder vor. Dann klettert Daniel eine Länge voraus. Endlich ist der Regen in Schee übergegangen, aber jetzt sind wir bereits so durchnässt, dass es gar keinen Unterschied mehr macht. Kleine Schneerutscher gehen über uns ab und wenn es leichter gewesen wäre abzuseilen, hätten wir es wahrscheinlich gemacht.

Wenige Stunden später stehen wir am Gipfel. Wir sind nass, müde und haben kalte Füße. Und trotzdem – oder gerade weil wir nass und müde sind und kalte Füße haben – sind wir doch überglücklich !

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