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09.07.2010

Voie Petit, Grand Capucin

Nach meiner freien Begehung von „Bellavista“ in den Dolomiten, blieb noch etwas Zeit vor den ersten Wettkämpfen um ein weiteres Alpinprojekt auf meiner Wunschliste anzugehen. Ich war schon lange nicht mehr im Schnee unterwegs gewesen und wollte auch wieder einmal die beeindruckende Bergwelt rund um Chamonix besuchen. Mein Ziel war also die „Voie Petit“ auf den 3838 Meter hohen Grand Capucin!

Die Route ist eine reine Felsroute die nach ungefähr 450 Metern am Gipfel endet. Sie ist keinesfalls eine kleine Route. Ihr Name stammt von Arnaud Petit ab, der zusammen mit Stéphanie Bodet, vor 13 Jahren die Route erstbeging. Die erste freie Begehung bekam sie 2005 von Alex Huber. Seitdem ist es nur noch wenigen Seilschaften gelungen die Route frei zu klettern.

Mein Partner für dieses Projekt war Daniel Steuerer. Zusammen machten wir uns am 30. Juni auf den Weg nach Frankreich. Am nächsten Morgen standen wir bereits auf der 3842 Meter hohen Aiguille du Midi und gingen über das Valleé Blanche und den Glacier du Geant zum Einstieg. Ohne große Schwierigkeiten kletterte ich die ersten vier Seillänge. Die fünfte Länge ist die Schwerste. Alex bewertete sie damals mit 8b. Sie beginnt mit einer langen Verschneidung und hat ein kleines Dach am Ende. Ich versuchte mein Glück, kannte aber die richtige Griffkombination im Dach nicht und fiel am letzten schweren Zug. Da Daniel Probleme mit der Höhe bekam beschlossen wir abzuseilen und am nächsten Tag weiter zu machen.

Um 6 Uhr früh hing ich bereits am ersten Stand. Die erste Länge, eine 6a, bin ich noch mit Bergschuhen geklettert, aber es wurde schnell wärmer und ich wechselte auf die doch sehr viel präziseren Kletterschuhe. 7b, 6b, 6b und schon war ich in der 8b-Länge. Und schon war ich in der nächsten Länge, 7c+, dann 7b+, dann zwei Leichte und jetzt wurde mir wieder klar, was das Problem mit den Kletterschuhen war. Ich war mit meinen kleinen Wettkampfschuhen unterwegs, mit denen ich zwar perfekt auf den winzigen Quartzkristallen stehen konnte, nur fragte ich mich, wie lange noch... Auch die 8a kletterte ich auf Anhieb und die restlichen Seillängen waren zwar allesamt anspruchsvoll, aber ich konnte es mir einfach nicht erlauben eine einzige erneut klettern zu müssen – das hätten meine Füße nicht ausgehalten.

Am frühen Nachmittag waren Daniel und ich also am Gipfel. Beim Abseilen trafen wir noch die zwei Erstbegeher, Arnaud und Stéphanie, die schon seit längerem ihre Route freiklettern wollen. Am nächsten Morgen ging es über den Gletscher nach Chamonix und mit dem Auto zurück nach Tirol.

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