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David Lama wurde 1990 als Sohn einer Innsbruckerin und eines nepalesischen Bergführers in Innsbruck geboren. Er war fünf, als ihn Himalajaveteran Peter Habeler zum ersten Mal beim Klettern beobachtete. Habeler rief sofort Davids Eltern an: Der Bub habe ein außergewöhnliches Gefühl für den Felsen...

Wanderkurse und Alpenvereinsaktivitäten interessierten David nicht, er suchte von Beginn an die Vertikale. In der Kletterhalle lernte er seinen späteren Trainer Reini Scherer kennen, einen fanatischen Osttiroler, dem er noch heute, 13 Jahre später, in harter Arbeit verbunden ist.

Schon als Bub empfand David den Reiz der Kletterwand und die Herausforderungen des Wettkampfs nur als Teil des ganzen Bildes. Zwar perfektionierte er seine Technik durch das Hallenklettern außergewöhnlich schnell und talentiert. Er beherrschte das Klettern an den bunten Plastikgriffen, die in glatte, unbesteigbare Platten geschraubt sind, schnell und sicher.

Doch deshalb wollte er nicht auf den Reiz des Felsens, des echten, dramatischen Bergs verzichten. David Lamas Kletterkarriere verlief von da an stets zweigleisig. Das immer dichtere Trainings- und Wettkampfprogramm in der Kletterhalle fand stets seine Entsprechung im Gebirge. Die Erfolge im Sport wog David Lama mit Pionierleistungen im alpinen Bereich auf, zum Beispiel mit dem freien Begehen der Sagwand („Desperation of the Northface“) oder Erstbegehungen im Yosemite-Nationalpark und in Chile.

Vor allem seine buddhistische Ruhe, sein elastisches und selbstbewusstes Klettern machen David Lama außergewöhnlich: sein Name ist in der Welt des Bergsteigens schon längst ein stehender Begriff. Die Demonstrationen seines Könnens in schwierigstem Gelände werden in Foren und Medien der Szene diskutiert und bewundert. Der charismatische Sportler gilt als Pionier einer neuen Bergsteigergeneration, die ihre technische Perfektion und körperliche Ausnahmefähigkeiten dazu nützen, in den Bergen Wege zu gehen, die noch niemand gegangen ist.

Dabei bleibt David Lama auf sympathische Weise immun gegen die Verlockungen, sein Können exhibitionistisch auszustellen: er hat bereits als 19jähriger zu einer inneren Ruhe gefunden, die den Spitzensport und das alpine Abenteuer im Extrembereich stets nur als Teil des Ganzen, als Teil vom Gesamterlebnis bewerten. „Es geht nicht um die Leistung“, sagt David. „Es geht ums Erlebnis.“

© Christian Seiler

Background: beim Jümarn im Calancatal,
Schweiz, © Rainer Eder
© 2012, David Lama  [Impressum]
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