Mountaineer · Climber · Freethinker
Einsatz Entscheidend für mich ist, dass man hinter seinen Entscheidungen und Taten stehen kann.
Der Gipfel ist, wenn überhaupt, nur der letzte Puzzlestein. Es ist das ganze Vorhaben, von der Planung bis zum eigentlichen Versuch. Ich suche Projekte, die noch keiner gemacht hat, bei denen auch der Faktor des Unmöglichen mitschwingt. Einfach gesagt: Ich scheitere viel öfter, als ich Erfolg habe. Es ist ein Privileg, das schätzen zu lernen.

Zukunft Jeder Bergsteiger möchte etwas hinterlassen, gleichzeitig hat der die Verantwortung, gut mit seinem Erbe umzugehen.
Die Suche nach Erstbegehungen ist eine ewige Konstante des Alpinismus. Für mich sind sie der wahre Kern des Bergsteigens, und so lange es Kletterer und Alpinisten gibt, die diese Idee in sich tragen, wird sich der Alpinismus weiterentwickeln. Die Art und Weise, wie man mit den noch verbleibenden „weißen Leinwänden“ umgeht, ist dabei entscheidend. Sollte ich zum Beispiel bei meinem Traumprojekt am Masherbrum an der Weggabelung ankommen, an welcher der Verzicht die noblere Variante ist, so hoffe ich, dass ich das akzeptiere und verzichte.

Stil Erfolg heißt für mich also nicht primär den Gipfel zu erreichen, sondern meinen eigenen Ansprüchen gerecht zu werden.
Das hängt für mich nicht nur damit zusammen, welche Projekte ich schaffe und welche nicht, sondern ob ich in einem Stil unterwegs bin, in dem ich mich kreativ ausdrücken kann. Diesem treu zu bleiben hat für mich Priorität. Die Art und Weise ist im Bergsteigen gleichermaßen bedeutsam wie im normalen Leben.

Gefühl für den Felsen
David Lama wurde 1990 als Sohn einer Innsbruckerin und eines nepalesischen Bergführers in Innsbruck geboren. Er war fünf, als ihn Himalajaveteran Peter Habeler zum ersten Mal beim Klettern beobachtete. Habeler rief sofort Davids Eltern an: Der Bub habe ein außergewöhnliches Gefühl für den Felsen...
In die Vertikale
Wanderkurse und Alpenvereinsaktivitäten interessierten David nicht, er suchte von Beginn an die Vertikale. In der Kletterhalle lernte er seinen späteren Trainer Reini Scherer kennen, einen fanatischen Osttiroler, dem er noch heute, 13 Jahre später, in harter Arbeit verbunden ist.
In der Kletterhalle ...
Schon als Bub empfand David den Reiz der Kletterwand und die Herausforderungen des Wettkampfs nur als Teil des ganzen Bildes. Zwar perfektionierte er seine Technik durch das Hallenklettern außergewöhnlich schnell und talentiert. Er beherrschte das Klettern an den bunten Plastikgriffen, die in glatte, unbesteigbare Platten geschraubt sind, schnell und sicher.
... und am Fels
Doch deshalb wollte er nicht auf den Reiz des Felsens, des echten, dramatischen Bergs verzichten. David Lamas Kletterkarriere verlief von da an stets zweigleisig. Das immer dichtere Trainings- und Wettkampfprogramm in der Kletterhalle fand stets seine Entsprechung im Gebirge. Die Erfolge im Sport wog David Lama mit Pionierleistungen im alpinen Bereich auf, zum Beispiel mit dem freien Begehen der Sagwand („Desperation of the Northface“) oder Erstbegehungen im Yosemite-Nationalpark und in Chile.
Im Mittelpunkt
Vor allem seine buddhistische Ruhe, sein elastisches und selbstbewusstes Klettern machen David Lama außergewöhnlich: sein Name ist in der Welt des Bergsteigens schon längst ein stehender Begriff. Die Demonstrationen seines Könnens in schwierigstem Gelände werden in Foren und Medien der Szene diskutiert und bewundert. Der charismatische Sportler gilt als Pionier einer neuen Bergsteigergeneration, die ihre technische Perfektion und körperliche Ausnahmefähigkeiten dazu nützen, in den Bergen Wege zu gehen, die noch niemand gegangen ist.
Das Gesamterlebnis
Dabei bleibt David Lama auf sympathische Weise immun gegen die Verlockungen, sein Können exhibitionistisch auszustellen: er hat bereits als 19jähriger zu einer inneren Ruhe gefunden, die den Spitzensport und das alpine Abenteuer im Extrembereich stets nur als Teil des Ganzen, als Teil vom Gesamterlebnis bewerten. „Es geht nicht um die Leistung“, sagt David. „Es geht ums Erlebnis.“
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2000
1999
1998
In der Vormonsunzeit geht es für David zum Annapurna III, um sich mit Alex Blümel und Hansjörg Auer am oft probierten aber nie durchstiegenen Südostpfeiler zu versuchen. In Wandmitte zwingt ein Wettersturz das Team zum Rückzug.
Im Frühjahr macht David mit Conrad Anker eine Neutour in Zion (USA), und plant mit ihm eine Expedition, die sie im Herbst zum Lunag Ri (6.910 m) führt. Sie scheitern knapp unter dem Gipfel des noch unbestiegenen Berges. Dazwischen ist David im Libanon, wo er mit Avataara (9a) eine seiner schwierigsten Sportkletterrouten erstbegehen kann.
David’s Kinofilm “Cerro Torre - Nicht den Hauch einer Chance” feiert Premiere. Der Film erzählt die Geschichte seiner freien Begehungen der Kompressor-Route am patagonischen Granitriesen. Das Projekt, wo er viel Herzblut hineinsteckt, wird zum internationalen Erfolg.
Im Sommer geht es zurück zum Masherbrum, wo er und seine Partner, Hansjörg Auer und Peter Ortner, bei schlechten Bedingungen im unteren Wandteil umdrehen müssen. Ende des Jahres gelingt ihm in Brasilien eine Wiederholung des Güllich-Klassikers Southern Comfort und die Route “Athalo do Diablo” auf den Corcovado.
Das Jahr beginnt kalt. An der Sagwand gelingt David die erste Winterbegehung des rassigen “Schiefen Riss”. Ein paar Wochen später folgt mit “Spindrift” eine weitere schwierige Erstbegehung.
Kalt geht es auch weiter. In Alaska steigt David mit Dani Arnold durch die Ostwand des Moose’s Tooth - ihre Route Bird of Prey zählt weltweit zu den schwersten alpinen Erstbegehungen des Jahres.
Im Sommer geht es zum ersten Mal zum 7.821 Meter hohen Masherbrum. Sie müssen jedoch ihre Zelte abbrechen, nachdem sich Davids Kletterpartner, Peter Ortner, beim Akklimatisieren verletzt.
Nach drei Jahren gelingt es David endlich, sich seinen großen Traum zu verwirklichen: Als Erster schafft er es, die berühmte Kompressor-Route am Cerro Torre frei zu klettern. Sie stellt die mit Abstand schwierigste Freikletterei am Torre dar.
Im Sommer gelingt David zusammen mit Peter Ortner die Erstbegehung der spärlich abgesicherten Safety Discussion (8b) in Osttirol. Ein paar Monate später stehen die beiden dann auf den Gipfeln des Trango Tower (6.286 m) und der seit fast 30 Jahren nicht mehr bestiegenen Chogolisa (7.668 m) im Karakorum, Pakistan.
Nach dreizehn Jahren im Wettkampfzirkus, macht David erstmals eine Pause und widmet sich rein seinen alpinen Abenteuern. Ende Februar schafft er es mit seinem Partner, Peter Ortner, in technischer Kletterei auf den Gipfel des Cerro Torre. Weitere zwei Gipfel gelingen ihm in Patagonien, eine Erstbegehung im indischen Kashmir-Himalaya und insgesamt weitere 12 Mehrseillängenrouten im achten französichen Grad.
Zusammen mit seinem Seilpartner, Jorg Verhoeven, gelingt David die erste freie Begehung der 1100 m langen Brento Centro (8b). Mit Bellavista (8b+) und Voie Petit (8b) folgen zwei weitere alpine Mehrseillängenrouten im achten französischen Grad.
Außerdem erscheint im Herbst sein erstes Buch, High - Genial unterwegs an Berg und Fels, dessen erste Auflage in nur zwei Monaten ausverkauft ist.
Nachdem David bei der Weltmeisterschaft in Xining, China, den dritten Platz belegt, rücken seine Expeditionen in den Vordergrund. Zuerst reist er mit drei Schweizer Alpinisten nach Kirgistan und klettert dort die Timofeev Route am 4230 m hohen Asan erstmals frei. Gegen Ende des Jahres fällt dann der Startschuss für Davids Freikletterprojekt am Cerro Torre.
1. Platz Gesamtweltcup (Lead und Boulder)
1. Platz Weltcup Reunion (FRA)
1. Platz Weltcup Fiera (ITA)
1. Platz Weltcup Imst (AUT)
Erstmals rücken Davids alpine Erstbegehungen, wie die Routen Desperation of the Northface im Valsertal, Österreich, oder die Footsy Variation, bei seiner ersten Expedition im Cochamó Valley in Chile, ins Blickfeld der internationalen Kletterszene.
In Birmingham sichert sich David nun auch noch den Titel des Europameisters im Bouldern. Er ist somit der erste Kletterer, der dieses Titelrennen in zwei unterschiedlichen Disziplinen für sich entscheiden kann. Abseits der Wettkampfbühne zieht es ihn wieder verstärkt hinaus an den Fels. Er lernt die Reize der alpinen Abenteuer bei diversen Erstbegehungen immer mehr zu schätzen.
David erhält als 15-jähriger die Sondergenehmigung in den Erwachsenen Weltcup einzusteigen. Bei seinem Debüt in Puurs, Belgien belegt er den zweiten Platz. Den zweiten Weltcup gewinnt David und kürt sich somit zum jüngsten Weltcupsieger der Geschichte. In Russland gewinnt er die Europameisterschaft und in der Weltcup Gesamtwertung belegt David am Ende den zweiten Platz. Darüber hinaus gewinnt er auch den Boulder Weltcup in Hall und ist somit der erste und bislang einzige Rookie, der gleich in seiner ersten Weltcupsaison, Bewerbe in beiden Disziplinen gewinnen kann.
Wieder dominiert David in seiner Altersklasse. Er gewinnt alle Bewerbe, bis auf einen und holt sich zum zweiten Mal den Jugendweltmeister Titel.
1. Platz Jugend-WM Peking (CHN)
1. Platz Jugendeuropacup Imst (AUT)
1. Platz Jugendeuropacup Genf (SUI)
1. Platz Jugendeuropacup Penne (ITA)
1. Platz Jugendeuropacup Kranj (SLO)
2. Platz Jugendeuropacup Brno (CZE)
1. Platz Ö-Cup Tivoli
1. Platz Ö-Cup Dornbirn
1. Platz Ö-Cup Rum
David darf das erst Mal bei den Jugendeuropacups und -weltmeisterschaften starten. Er gewinnt in diesem Jahr alle Bewerbe, bei denen er an den Start geht und holt sich auch den Sieg in der Gesamtwertung mit dem Punktemaximum.
Auch sein Felskletterniveau kann er weiter steigern. Mit 7pm JP chaud gelingt ihm seine erste 8c.
Elf weitere Titel kommen zu Davids Sammlung hinzu. Außerdem gelingt ihm noch als 12-jähriger mit Hale Bopp die erste Route im Schwierigkeitsgrad 8b+.
1. Platz Rock Master Junior
1. Platz ÖAV Junior Cup
1. Platz Bouldercup L'Argentiere
1. Platz Hohe Munde Masters
1. Platz Tiroler Junior Cup
1. Platz Tivoli Wettkampf
1. Platz Dornbirn Wettkampf
1. Platz Rumer Bouldercup
David steigert sein Niveau am Fels weiter und gewinnt auch beim Rock Master Junior in Arco, Italien.
Neben dem Sieg beim ÖAV Junior Cup, kann David sechs weitere Bewerbe für sich entscheiden. Sein wahrscheinlich größter Erfolg in diesem Jahr ist aber der Durchstieg der Route Kindergarden in Slowenien. Nie zuvor kletterte eine Junge in diesem Alter eine Route in diesem Schwierigkeitsgrad (8a).
David gewinnt den ÖAV Junior Cup, die inoffizielle Österreichische Meisterschaft, in der Kinderklasse. Außerdem klettert er mit nur neun Jahren die Route Beach Boys in Massone, Italien. Es ist seine Erste im Grad 7b.
Endlich ist David alt genug für die ersten Wettbewerbe. Bei seiner ersten Konkurrenz, dem Hohe Munde Cup in Telfs in Tirol, wird David gleich Zweiter.
Cerro Torre – nicht den Hauch einer Chance
Noch nie ist es einem Kletterer gelungen, die „Nadel aus Granit“ in der Traumlandschaft Patagoniens im Freikletterstil zu bewältigen – es gilt als völlig unmöglich. Genau darin liegt der Reiz für die jungen Kletterer David Lama und dessen Seilpartner. Doch der Traum platzt und ihr erster Versuch endet im Desaster. David ist dem Berg und den Tücken des Wetters nicht gewachsen. Schlimmer noch: es geht ein Aufschrei durch die weltweite Alpinszene, als neue Sicherungen für die Dreharbeiten in der Wand installiert werden ...
Free: Der Cerro Torre, das Unmögliche und ich
Der Cerro Torre hat viel von mir verlangt. Er hat mich die letzten vier Jahre als Kletterer, als Alpinist und als Mensch verändert. Und ich habe zu spüren bekommen, dass dieser mythische Berg keine Verfehlungen zulässt. Davon erzähle ich in meinem neuen Buch.
Mehr zu diesem Buch:
High – genial unterwegs an Fels und Berg
Abitur, Freundin, Führerschein – wozu? Ein Tag ist dann perfekt, wenn man eine Wand vor sich hat, die noch keiner geschafft hat. Ein Sommer ist dann perfekt, wenn man wochenlang nur dort unterwegs ist, wo kein Auto hinfährt, kein Handy Empfang hat. Ein Leben ist dann perfekt, wenn man alles ausprobiert. Was David sucht: geniale Felsen, maximale Freiheit, ultimativen Fun. Jo, lässig, passt scho.






