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07.11.2011

Stoamandl, 8b & Donnervogel, 8b

Zusammen mit Peter Ortner stehe ich unter der stark überhängenden Sonnwand bei Lofer. Eigentlich wollten wir heute die Route Donnervogel versuchen, aber das Stoamandl, die Route 50m weiter links, reizt uns jetzt viel mehr. Wir ändern unseren Plan und ich steige in die erste Seillänge des Stoamandl ein.

Ich bin etwas verunsichert... Die erste Länge ist mit 8b bewertet. Als ich vor zwei Wochen das erste Mal nach meiner Indien-Expedition wieder klettern war, konnte ich keine 7b klettern, aber ich scheine wieder etwas besser in Form zu sein. Ich rette mich von einem Rastplatz zum Nächsten und klettere die Länge onsight.

In der nächsten Seillänge rutscht mir beim ersten Zug der Fuß weg und ich stürze in den Stand. Ich ziehe mich wieder hoch zu Peter und klettere die Länge dann gleich durch. Sie ist wohl eher 7c+, als 8a+. Der Rest der Route ist dann nicht mehr schwer und ich steige alle Längen ohne Probleme durch.

Das Stoamandl ist eine geniale Route. Die erste Seillänge ist komplett mit  Bohrhaken eingerichtet und ein extremer Ausdauertest, währenddessen man in der zweiten Länge einige Sicherungen selbst legen muss und die Kletterei eher technisch anspruchsvoll ist. Die restlichen Längen sind dann relativ unspektakulär, aber trotzdem schön.

Zwei Tage später stehe ich wieder unter der Sonnwand. Dieses Mal bin ich mit Reini Scherer unterwegs und dieses Mal bleiben wir unserem Plan, die Donnervogel zu klettern, treu.

Die ersten zwei Längen sind nicht besonders schwer aber extrem schön zu klettern. Der Fels ist bombenfest und eignet sich perfekt zum Absichern mit Friends und Keilen. Danach wird der Fels etwas splittrig. Die vierte Seillänge ist die Schlüssellänge. Sie wurde, gleich wie die vom Stoamandl, mit 8b bewertet. Vom Stil ist sie aber ganz anders. Die Wand ist nur leicht überhängend. Zuerst quert man einen Riss 15m nach rechts. Dann kommt ein schwerer Boulder auf kleinen Griffen und Tritten und dann nochmal ein rund 10m langer Riss.

Ich brauche mehrere Versuche bis ich die Einzelzüge sicher klettern kann. Im zweiten Versuch vom Stand steige ich dann aber durch. Für die fünfte Länge brauche ich auch einen zweiten Versuch, aber wenn man einmal weis, wie die Züge gehen ist die Länge wahrscheinlich nicht schwerer als 8a. Die letzte Seillänge, ein überhängender Handriss, ist ohne Tapehandschuhe nicht zu empfehlen und mit der richtigen Technik sicher nicht schwerer als 7c+.

Soweit ich weis, ist mir damit die erste Rotpunkt-Wiederholung des Donnervogel gelungen und ich kann nur empfehlen die Schönwettertage diesen Herbst auszunutzen und die Routen einmal zu klettern!

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