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14.02.2011

Nachrichten aus Patagonien

11. Februar
Auf dem Gipfel
Beim zweiten Versuch im heurigen Jahr haben es mein Partner Peter Ortner und ich endlich auf den Gipfel des Cerro Torre geschafft. Von der Schulter aus sind wir in technischer Kletterei in 10 Stunden bis auf die Spitze des Eispilzes geklettert und haben kurz vor 22.00 Uhr bei letztem Abendlicht den Gipfel erreicht. Unser Cerro Torre "Marathon" dauerte insgesamt 46 Stunden. (El Chalten-Schulter - Cerro Torre - Schulter-El Chalten).

Dementsprechend sind wir nun gerädert, aber es war ein Wahnsinn am Gipfel des Torre zu stehen! Näheres in Kürze!


28. Jänner 2011
Erster Versuch am Cerro Torre

Unser erster Versuch am Torre für dieses Jahr liegt hinter uns, leider war unsere Ausbeute mager. Über den Highpoint des Vorjahres sind wir wieder nicht hinausgekommen.

Die Nacht im Bergschrund am Col war kurz und kalt, die Bedingungen in der Route dann einfach nur schlecht. Fels und Risse waren leicht vereist, genau so wenig Eis, dass man weder mit Händen noch mit Pickel richtig Halt finden konnte. In mühsamer Kletterei haben wir es bis zur Bolttraverse geschafft, dann hat uns das Wetter zum Rückzug gezwungen.

Leider habe ich also nach wie vor die Headwall nicht gesehen, und somit auch keine genauen Infos über die Felsbeschaffenheit, Risssysteme, Möglichkeit zum Freiklettern... Ich hoffe, wir bekommen bald passende Bedingungen, um auf den Gipfel zu kommen. Erst dann werde ich sehen, ob in der Headwall überhaupt an Freiklettern zu denken ist. Soweit wie möglich möchte ich mich ja an die Kompressorroute halten, vom Einrichten aus dem Abseilsitz werde ich allerdings absehen. Sollten also fürs Freiklettern Abweichungen notwendig sein, so müsste ich diese von unten angehen und einrichten; ein zeitaufwändiges Unterfangen für die knappen patagonischen „Schön“wetterfenster.

Im Moment bin ich etwas frustriert, dass es am Berg wieder keinen Fortschritt gegeben hat. Wir werden uns mit patagonischem Bier trösten und das tun, was hier die meisten tun: Warten.


24. Jänner 2011
Eingewöhnungstour

Bin nun seit einer knappen Woche wieder in Patagonien. Viel hat sich hier nicht geändert, das Wetter ist nach wie vor unbeständig und die Berge faszinierend. Kurz nach meiner Ankunft sind mein Partner Peter und ich sozusagen als Eingewöhnungstour auf die "Aguja de la S", ein für patagonische Verhältnisse kleiner Felsturm am Anfang der Fitz Roy Gipfelkette. Doch da mein Gepäck in Buenos Aires hängen blieb, musste ich mit viel zu großen Schuhen gehen und klettern, was natürlich ziemlich herausfordernd war ... Peter und ich können passendes Wetter für den Cerro Torre kaum erwarten.

Obwohl vieles heuer schon eingespielter ist, hängt über unserem Vorhaben immer noch ein großes Fragezeichen. Denn ob die Kompressorroute wirklich frei kletterbar ist, wissen wir nach wie vor nicht ... Deshalb ist es unser erstes Ziel, es mal auf den Gipfel zu schaffen. So können wir schauen, inwiefern die Originalroute frei kletterbar ist; bzw. an welchen Passagen wir seitlich ausweichen müssen.

Einstweilen muss uns allerdings der Wettergott gnädig sein; so lange es windet und schneit, sind unsere Pläne nur Wunschvorstellungen. Einstweilen vertreibe ich mir die Zeit hier in El Chalten mit Bouldern und Fischen; an einem schwierigen trad-Routen Projekt an einem großen Felsblock unweit von Chalten, bin ich auch wieder dran. Letztes Jahr bin ich knapp gescheitert; mal schauen ... Die Wetterprognosen für die nächsten Tage sind gar nicht so schlecht! Weitere hoffentlich gute Nachrichten folgen ...
David

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